Albanier, der sich nach Bekehrung zu Jesus der griechischen Polizei stellte, steht kurz vor seiner Entlassung
von Arjan Larashi, Paul Alkazraj/TN: ASSIST News Service, 18. August 2007


(Albania) - Für diejenigen, die im Januar 2002 am Grenzübergang nach Kapshtica standen, war es ein bemerkenswerter Tag, als Edward Leka auf der Bildfläche erschien. Viele, die ihn mit der Polizei reden hörten, waren erstaunt, andere meinten, er sei verrückt. Vor der griechischen Grenzpolizei bekannte Edward, dass er irgendwann im Jahr 1993, als er als Gastarbeiter in Griechenland lebte, einen Mann getötet habe.

Anfänglich ging die Polizei von einem Witz aus und forderten ihn zum Verlassen ihrer Büroräume auf. Als sie jedoch dessen Hartnäckigkeit sahen, begannen sie ihn allmählich ernstzunehmen; ganz besonders, als er ihnen erklärte, er sei inzwischen Christ geworden und würde bereuen, was er vor neun Jahren getan hatte. Nach einem Telefonat mit einem Athener Rechtsanwalt entschied man sich, Edward festzunehmen. Bald darauf hatte die griechische Presse eine Schlagzeile: "Reumütiger Albanier ergibt sich griechischer Polizei."

Edward Leka (Foto), ein junger Mann mit ungestümen Charakter aus Librazhd/Albanien, befindet sich zur Zeit im Gefängnis von Koridhalo in Athen. Er hat seine Strafe von ursprünglich vierzehn Jahren Haft durch das griechische Gericht akzeptiert. "Ich habe mehrfach mit ihm telefoniert und weiß, dass er glücklich ist, den Willen Gottes zu erfüllen, in dem er jetzt lebt," berichtet Pastor Arjan Larashi.

Es war im Jahr 1997, als Edward Jesus sein Leben gab. Nachdem er bei vier Gelegenheiten, die ihm den Tod hätten bringen können, die schützende Hand Gottes erkannte, kehrte er um und sprach mit seinem Schöpfer. Er hatte Fragen bezüglich dessen Existenz und ob Er denn wirklich Jesus sei. Durch ein Phänomen, das nur der Herr in der Lage zu geben ist, bekam er sehr bald eine Antwort: Lichter, die sein Zimmer durchfluteten! Von dem Moment an wuchsen wahre Reue und Glauben in seinem Herzen. Edward erkannte sich selbst als der, der er wirklich war. In der Stadt war er als jemand bekannt, der kein Essen anbrennen ließ und vor dem man Angst hatte. Jetzt war jedoch sein Stolz gebrochen und er bekannte Gott alles, was er getan hatte - von dem, was er einmal im Bahnhofsbüro, wo seine Mutter arbeitete, gestohlen hatte, bis hin zu diesem Mord in Griechenland.

Die Jahre vergingen und Edward wurde im Glauben stärker; er war aktiv in der evangelischen Antiokia Gemeinde in Librazhd. Es wurde ihm zum Herzenswunsch, Gefängnisinsassen vom Evangelium zu erzählen. Eines Tages meinte er zu Pastor Arjan: "Sag mal, wenn du die Welt eines Häftlings betrittst, dann siehst du, dass er genauso ist, wie andere Menschen. Was ist vor Gott der Unterschied zwischen ihnen und denjenigen, die unmoralisch, heuchlerisch oder betrügerisch leben?"

"Bei diesen Worten verstand ich, dass der Herr ihn für eine spezielle und schwierige Mission vorbereitete," erzählt Pastor Arjan. "In der Tat hatte er seinen Dienst schon im Gefängnis von Burrel in Albanien angefangen. Dortige Häftlinge erinnern sich daran, wie er mit Feuer über seinen Glauben sprach - den Glauben, der ihn total verändert und aus ihm eine neue Schöpfung gemacht hatte."

Was sollte jetzt nun wegen des Mordes geschehen? Als er sich damals in Athen in einem Raum mit einem Mann prügelte, kämpften beide um ein Messer, das dort lag. Es war Edward, der, wenn auch unabsichtlich, dem anderen Mann den tödlichen Hieb versetzte. Die Jahre vergingen und diese Sorge lag schwer auf seiner Seele. Täglich nagten in ihm die Verse aus Römer 13,1-3:

1 "Jeder soll sich den bestehenden staatlichen Gewalten unterordnen. Denn es gibt keine Autorität, die nicht von Gott kommt. Jede staatliche Autorität ist von Gott eingesetzt. 2 Wer sich also den Behörden widersetzt, handelt gegen die von Gott eingesetzte Ordnung und wird dafür von ihm bestraft werden. 3 Wer gut und richtig handelt, braucht die Autorität des Staates ohnehin nicht zu fürchten; das muß nur, wer gegen das Recht verstößt. Wollt ihr also ohne Angst vor Bestrafung leben, dann haltet euch an die Gesetze. Euer gutes Verhalten wird Anerkennung finden," (Hfa).

Obwohl er schon darüber Buße getan und im Glauben angenommen hatte, dass Jesus ihm vergeben hat, hatte er eine Pflicht zu erfüllen: sich dem Gesetz unterzuordnen. Einige Wochen, bevor er sich stellte, sagte er Pastor Arjan: "Im Gefängnis werde ich mich nicht nur dem Gesetz unterstellen, sondern ich werde dort eine Art Missionar sein. Ich werde Möglichkeiten haben, anderen Häftlingen von meinem Zeugnis zu erzählen und das Gute daran ist, dass ich keine finanzielle Unterstützung dafür brauche, denn ich habe dort Unterkunft und Verpflegung umsonst! Wenn ich nach Burrel gehen würde, habe ich nicht genügend Zeit für die Häftlinge, denn dort erlaubt man mir das nicht. Ich möchte gern mit ihnen zusammenleben, mein Leben mit ihnen teilen und ihres kennenlernen. Und ich glaube, dort im Gefängnis erlaubt man mir sogar den Besitz einer Bibel. Ich habe also alles, was ich brauche!"

Edward ging erhobenen Hauptes ins Gefängnis, obwohl er ebenso mit der Todesstrafe hätte rechnen müssen. Er begab sich selbst in die Hand des Gesetzes und noch mehr in die Hand Jesu. Im Gefängnis und darüber hinaus wird er weitestgehend von allen respektiert, die Leute vertrauen seinem gutem Benehmen. Vielen hat er von seinem Erlöser berichtet. Man gewährt ihm kleinere Freiheiten; so zum Beispiel darf er außerhalb der Gefängnismauern auf einer Hühnerfarm arbeiten, was ihm für eine vorzeitige Entlassung nützlich sein kann. Jetzt steht er nur noch wenige Monate vor seiner Entlassung. "Ich weiß nicht, wie es ihm beim Verlassen des Gefängnisses von Koridhalo gehen wird, aber eines weiß ich genau: er beendet seine Mission erfolgreich," freut sich Pastor Arjan.


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