Menschenrechtsorganisation fordert Untersuchung wegen Verbrechen gegen die Menschheit in Burma, nachdem über 900 Angehörige des Karen-Stammes nach Armeeangriffen fliehen mussten
Von Jeremy Reynalds, Korrespondent für ASSIST News Service, 27. Juli 2010

NEW MALDEN, SURREY (ANS) -- Soldaten der burmesischen Armee haben am 23. Juli das Dorf Tha Dah Der im Karen Distrikt im östlichen Burma angegriffen. 50 Häuser, eine Schule und ein Gemeindegebäude gingen in Flammen auf.

In einer Presseveröffentlichung teilte Christian Solidarity Worldwide (CSW) mit, dass beim Herannahen der Armee über 600 Dorfbewohner flohen. Weitere 300 aus benachbarten Gegenden verließen aus Angst ihre Häuser und versteckten sich im Dschungel.

Laut CSW hat es keine Verletzten gegeben, da die meisten Bewohner zeitlich vor den Übergriffen der Armee geflohen waren. Burmesische Armeesoldaten beschossen das Dorf Tha Dah Der mit Mörsergranaten, bevor sie es niederbrannten.

Nur mit dem wenigen Essbaren, das sie tragen konnten, ließen die vertriebenen Dorfbewohner ihren Besitz zurück und entkamen in den Dschungel. Nach Angaben der CSW herrscht jetzt Regenzeit im Osten Burmas und die Flüchtlinge benötigen dringend Unterkünfte, Lebensmittel, Medikamente und Schutz. Besondere Sorgen bereitet der Mangel an sauberem Wasser und die Verbreitung von krankheitsübertragenden Insekten.

Hunderte weiterer Zivilisten fliehen im Moment in Richtung der thailändischen Grenze. Einige haben sie schon passiert und suchen Schutz in Thailand.

Wie CSW mitteilte, sähe es so aus, als rüstete die burmesische Armee gemeinsam mit Truppen der mit der Diktatur verbundenen Demokratischen Buddhistenarmee der Karen (DKBA) zu einer erneuten Offensive gegen Zivilisten des Karenvolkes im östlichen Burma. Dies geschieht im Vorwege der "gefälschten Wahlen", wie CSW es ausdrückt, die Ende diesen Jahres stattfinden sollen.

Der Leiter des CSW für Ostasien, Benedict Rogers, sagte auf der Pressekonferenz: "Diese Überfälle sind die aktuellsten in einer langen Litanei von Angriffen gegen das Volk der Karen, das auf Verbrechen gegen die Menschheit hinausläuft. Die Regierung machte sich seit 1996 einer weitgefächerten und systematischen Vergewaltigung als Kriegswaffe, Zwangsarbeit, Übergriffe auf Zivilisten, Mord und Zerstörung von über 3500 Dörfern im östlichen Burma schuldig."

Weiter sagte er: "Die Sonderbeauftragten der UN für Menschrechte in Burma kamen zu dem Schluss, das all dies auf ein Menschenrechtsverbrechen hindeutet und drängen die UN zur Errichtung einer Kommission zur Untersuchung dieser Verbrechen."

Rogers sagte zum Schluss: "Australien, die Tschechische Republik, Kanada, die Slovakei und Großbritannien haben prinzipiell ihre Unterstützung zugesagt, sodass es jetzt an der Zeit ist, proaktiv an der Bildung einer internationalen Koalition zur Errichtung einer UN-Untersuchung zu arbeiten."

CSW ist eine Menschenrechtsorganisation mit dem Schwerpunkt Religionsfreiheit. Sie arbeitet im Namen von verfolgten Christen und tritt für eine weltweite Glaubensfreiheit ein.

Weitere Infos hier www.csw.org.uk.

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