Christinnen werden bedrängt,
ihren Glauben zu
widerrufen

Von Michael Ireland, Chefkorrespondent, ASSIST News Service, 11. August 2009
Übersetzung Birgit Barandica E.


TEHERAN, IRAN (ANS) - In einer dramatischen Verhandlung wurden am Sonntag, dem 09. August, vor dem Revolutionsgericht in Teheran zwei iranische Christinnen, die sich wegen "Apostasie" (Religionsabfall) in Haft befinden, bedrängt, ihren Glauben an Jesus Christus zu widerrufen.

Wie Elam Ministries berichtet, erklärten beiden Frauen, dass sie ihren Glauben nicht leugnen würden, obwohl großer Druck auf sie ausgeübt wird.


Maryam Rustampoor (27), links, und
Marzieh Amirizadeh (30) wurden auf-
gefordert, ihrem Glauben an Christus zu entsagen.
(Foto: Elam Ministries).

Laut Elam Ministries wurden Maryam und Marzieh am 05. März 2009 verhaftet und müssen seither leidvolle Zeiten durch ungenügende Krankheitsversorgung, Einzelhaft und stundenlange Verhöre mit verbundenen Augen im Gefängnis ausstehen.

Weiter wird berichtet: "Am Samstag, den 08. August, wurden Maryam und Marzieh für die Urteilsverkündung vor Gericht zitiert. Der Staatsanwalt hatte ein 'Apostasieurteil' beantragt. Es wurde jedoch kein Urteil ausgesprochen. Stattdessen konzentrierte sich die Verhandlung auf den stellvertretenden Staatsanwalt Haddad, der Maryam und Marzieh wegen ihres Glaubens verhörte und von ihnen

verlangte, diesem Glauben sowohl mündlich als auch schriftlich zu entsagen. So wurde deutlich, dass in den Augen des Gerichts Maryams und Marziehs einziges Vergehen im Wechsel zum christlichen Glauben liegt."

Gemäß dem Bericht von Elam Ministries über das Vorgehen im Gerichtssaal fragte Haddad die beiden Frauen, ob sie Christinnen seien. "Wir lieben Jesus," antworteten sie. Er wiederholte seine Frage und sie bejahten: "Ja, wir sind Christinnen."

Daraufhin stellte er die rhetorische Frage: "Sie waren Muslima und wurden jetzt also Christinnen?"

"Wir wurden in muslimische Familien hineingeboren, aber wir waren keine Muslima," entgegneten sie.

Haddad setzte sein Verhör mit der Frage fort, ob sie es bedauerten, Christinnen geworden zu sein, woraufhin sie beteuerten: "Nein, wir bedauern nichts."

Daraufhin erklärte er nachdrücklich: "Sie müssen Ihrem Glauben mündlich und schriftlich abschwören." Die Frauen blieben standhaft und entgegneten: "Wir werden unseren Glauben nicht verleugnen."

Dem Bericht ist weiter zu entnehmen, dass es während des Verhörs einen angespannten Moment gab, in dem Maryam und Marzieh darauf verwiesen, dass Gott sie durch den Heiligen Geist überführt habe. Aber Haddad meinte zu wissen: "Es ist Gott unmöglich, mit Menschen zu reden."

Marzieh entgegenete ihm mit der Frage: "Stellen Sie etwa Gottes Allmacht infrage?"

"Sie sind es nicht wert, dass Gott mit Ihnen spricht," erregte sich Haddad daraufhin.

Marzieh stellte fest: "Es ist Gott und nicht Sie, der bestimmt, ob ich es wert bin."

Elam Ministries berichtet weiter, dass Haddad daraufhin meinte, die beiden Frauen sollten ins Gefängnis zurückkehren, über die ihnen angebotenen Optionen nachdenken und erst dann wiederkommen, wenn sie bereit seien, sie zu befolgen. Maryam und Marzieh erwiderten: "Wir haben bereits nachgedacht."

Am Ende der Verhandlung gab Haddad bekannt, dass sie das Urteil von einem Richter zu erwarten hätten, obwohl noch nicht klar sei, wer diesem Fall vorsitzen wird. Erstmalig seit ihrer Verhaftung gestand er ihnen einen Anwalt zu, der sie beide vertreten soll.

Elam Ministries kommentiert das Verhör folgendermaßen: "Beide Frauen werden heute Abend wieder ins Evin-Gefängnis gebracht. Seit ihrer fünfmonatigen Tortur haben beide gesundheitliche Probleme und sehr viel Gewicht verloren. Marzieh hat starke Schmerzen wegen eines Problems an ihrer Wirbelsäule, sie leidet ebenso unter einer Zahnentzündung und intensiven Kopfschmerzen. Sie benötigt dringend medizinische Versorgung. Vor zwei Monaten wurde ihr von Gefängnisbeamten zugesagt, das es dort eine angemessene medizinische Ausrüstung gäbe und dass man sie behandeln würde, aber bis jetzt ist nichts geschehen.

Trotz angestrengter Bemühungen vonseiten der Beamten, ihren Glauben zu widerrufen, lieben Maryam und Marzieh Jesus und sind entschieden, bis zum Ende durchzuhalten, egal, was passiert. Sie zeigen ihre Liebe zu Jesus und würden Ihm ihr Leben geben, sollten sie dazu berufen werden. Nach der heutigen Verhandlung sagten sie: 'Wenn wir aus dem Gefängnis herauskommen, dann wollen wir das mit Anstand tun.'"

Elam Ministries endet seinen Bericht mit den Worten: "Der Fall von Maryam und Marzieh ist eindeutig ein derbes Vergehen an Menschenrechten und an der Religionsfreiheit durch iranische Behörden. Die beiden verdienen die Unterstützung all derer, die Menschenrechte respektieren, und eine sofortige Entlassung ohne Anklage, um ein Leben in Freiheit zu führen."

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