Türkei kritisiert Israel, tötet 120 Kurden
Israel Heute, 23. Juni 2010

In der internationalen Gemeinschaft sehen viele, darunter mittlerweile auch etablierte Medien, die Reaktion der Türkei auf Israels Eingreifen in Bezug auf die "Hilfsflottille" als übertrieben an. Das Verhalten der Türkei kann angesichts erschreckender Neuigkeiten aus dem Land nun sogar als hochgradig heuchlerisch bezeichnet werden. Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan griff Israel wegen des Todes von neun Aktivisten an Bord der Flottille scharf an. Er warf Israel ein Verbrechen gegen die Menschheit vor und forderte eine internationale Kommission sowie Sanktionen gegen den jüdischen Staat. Keine oder nur wenig Aufmerksamkeit bekommt dagegen der “Krieg gegen den Terror” den die Türkei im eigenen Land auszufechten hat. Am selben Tag, an dem Israel die Gaza-Hilfsschiffe stoppte, attackierten kurdische Rebellen einen türkischen Marinestützpunkt. Dabei wurden 12 Soldaten getötet. Als Reaktion darauf ließ Erdogan letzte Woche einen Luftangriff auf kurdische Lager im Norden Iraks fliegen, dabei kamen 120 Kurden um, darunter ein 7-jähriges Mädchen. Es gab weder eine Verurteilung der Türkei für “unverhältnismäßige” Gewaltanwendung, noch berief der UN-Sicherheitsrat ein Treffen für dieses neuste Aufflackern der Gewalt in einem schon 26 Jahre andauernden Konflikt, der bereits 40.000 Menschen das Leben gekostet hat.